Methodik

Bewertung eingesparten Wassers — 5-Stufen-Rahmen

Der Tarifpreis ist die Untergrenze, nicht der Wert. Diese Seite dokumentiert die fünf Stufen, die unser Verdunstungsrechner über der Tarifsumme aufschichtet — was jede Schicht misst, welche Methode sie stützt, die Benchmark-Bereiche und die Disziplinregeln, die das Ergebnis vor einem CFO oder Kreditgeber verteidigbar machen.

Warum Tarifpreis ≠ wirtschaftlicher Wert

Der Instinkt ist, eingespartes Wasser zum Tarif zu bewerten: Gallonen × USD/1.000 gal. Das ist die konservativste Zahl und unterschätzt den Wert systematisch, oft um eine Größenordnung. Wasserpreise werden administrativ festgelegt — durch Tarife, Subventionen und historische Zuteilungen — nicht durch Knappheit (Young & Loomis 2014; Grafton et al. 2023).

Ökonomen lösen das mit einem Standard-Werkzeugkasten aus sechs Methoden: Marktpreis, Alternativkosten (Ersatzversorgung), Residualwert / Grenzproduktwert, Schattenpreis, geäußerte Präferenz (Versorgungssicherheit / Option) und vermiedener Schaden. Ein verteidigbarer Mehrschicht-ROI-Bericht stapelt die anwendbaren Schichten — ohne dieselbe Gallone doppelt zu zählen — und meldet eine Bandbreite statt eines Punktes.

Umrechnung: 1 Acre-Foot (AF) = 325.851 US-Gallonen.

Stufe 0

Tarifwert — die Untergrenze

Methode: Marktpreis / Commodity.

Formel: T0 = eingesparte Gallonen × USD/gal lokaler Tarif.

Die Zahl, bei der die meisten Rechner aufhören. Sie ist die konservativste, lesbarste und der Glaubwürdigkeitsanker für alles darüber. Behalten Sie sie. Aber verstehen Sie, was sie nicht repräsentiert: ein Tarif ist nicht der Grenzwert in der Produktion oder die Kosten der nächsten Versorgungseinheit.

Stufe 1

Vermiedene Ersatzversorgungskosten

Methode: Alternativkosten / Ersatzkosten.

Formel: T1 = eingesparte AF × USD/AF der nächsten neuen Versorgungseinheit.

Benchmarks (USA)

  • Aufbereitetes Oberflächenwasser: 200–700 USD/AF
  • Seewasserentsalzung (große Anlagen): ~2.100 USD/AF Median (Pacific Institute)
  • Carlsbad-Vertrag (San Diego): ~2.200 USD/AF

Stufe 2

Produktiver Wert — Wasserbeitrag zur Nettoleistung

Methode: Residualwert / Grenzproduktwert (VMP).

Formel: T2 = eingesparte AF × VMP, wobei VMP = Erlös − Kosten aller Nicht-Wasser-Inputs.

Üblicherweise die größte legitime Schicht für Bewässerer und Prozesswassernutzer. Die agronomische Verbindung Wasser-Ertrag ist gut etabliert — FAO Paper 66 / AquaCrop (Steduto et al. 2012).

  • Kalifornische Bezirke: ~1 USD/AF in bestimmten Blöcken.
  • Wasserrechtsverkäufe Durchschnitt: 200–1.000 USD/AF.
  • Hochwertige Dauerkulturen: 1.500–2.500+ USD/AF.
  • Kommunaler Nutzen: 9× mehr Wert pro m³ als Bewässerung (Grafton et al. 2023).

Stufe 3

Dürre / Versorgungssicherheit — der Optionswert

Methode: Stated Preference / Contingent Valuation; Erwartungswert.

Formel: T3 = P(Knappheitsjahr) × (USD/AF Dürre − USD/AF normal) × eingesparte AF.

Stufen 0–2 rechnen mit Durchschnittspreisen. Stufe 3 erfasst den Wert in schlechten Jahren. 2022 zahlten kalifornische Landwirte ~2.000 USD/AF gegen 40–120 USD/AF für Projektwasser. Die Dürre 2014 sah Verkäufe von bis zu 9.230 USD/AF.

Stufe 4

Physikalische Zusatznutzen — echt additiv

Methode: vermiedener Schaden / vermiedene Kosten (unabhängige Ströme).

Formel: T4 = eingesparte MGal × USD/MGal Zusatznutzen.

  • Reduzierte Algen / Chemie.
  • Langsamere TDS-Aufkonzentration.
  • Unterdrückter Verdunstungswärmeverlust (Fermenter).
  • VOC- / Emissionskontrolle.

Drei Disziplinregeln

1. Keine gegenseitig ausschließenden Nutzungen stapeln

Der Zentralwert nutzt max(T0, T1, T2).

2. Bandbreite, kein Punkt

Konservativ / Zentral / Umfassend.

3. NPV / IRR statt einfacher Amortisation

20-Jahres-Modell mit Wasserpreis-Eskalator und Dürre-Overlay.

Quellen

  • Young & Loomis (2014). Determining the Economic Value of Water, 2. Aufl.
  • Grafton et al. (2023). Cambridge Prisms: Water.
  • Steduto et al. (2012). FAO Paper 66.
  • Pacific Institute — Vergleichskosten neuer Wasserversorgungen.
  • Griffin & Mjelde (2000). American Journal of Agricultural Economics.
  • Yao et al. (2021). Journal of Hydrology 599.
  • Weltbank (2016). High and Dry.

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